Steg zum Stadtoval wird geplant

Der weltweit renommierte Architekt Prof. Werner Sobek hat die Entwürfe für den Steg über die Bahngleise konkretisiert und eine geometrische Studie zur Positionierung erarbeitet. Nachdem Prof. Sobek die Studie in einer Klausurtagung des Gemeinderats vorgestellt hatte, hat der Technische Ausschuss in seiner Sitzung am 5. Oktober nun darüber beraten und das Büro mit der Leistungsphase 2 der Planung und Kostenschätzung beauftragt.

Visualisierung: Architekturbüro Werner Sobek
Visualisierung: Architekturbüro Werner Sobek (© )

Oberbürgermeister Thilo Rentschler betonte, dass der Steg Gold wert sei, wenn alle laufenden und absehbaren Entwicklungen in der näheren Umgebung des Bahnhofs zugrunde gelegt werden. „Dieser verbindet auf einem sehr guten und attraktiven Weg das neue Quartier des Stadtovals, aber auch den Hirschbach, mit der Innenstadt. Die Investoren auf dem Stadtoval legen großen Wert auf den Steg und beteiligen sich zur Mitfinanzierung mit einem Beitrag von 25 Euro pro verkauften Quadratmeter. Dies ist ein starkes Signal an den Gemeinderat und die gesamte Bürgerschaft für den Steg. Dadurch kann knapp eine Million Euro beigesteuert und die Kosten reduziert werden.“

HERAUSRAGENDES WAHRZEICHEN

Mit dem Steg wird nicht nur eine weitere wichtige und attraktive Querverbindung neben den bestehenden Unterführungen geschaffen, sondern es wird die Wahrnehmbarkeit der Stadt bei Einwohnern, Gästen und Besuchern erhöht. Damit wird über die Gemarkungsgrenzen hinaus ein herausragendes Wahrzeichen für die Stadt gesetzt.

Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle stellte die vom Büro Sobek untersuchten vier Varianten mit unterschiedlichem Verlauf des Stegs sowie unterschiedlichen Platzierungen und Ausformungen der Wendelanlagen mit innenliegendem Aufzug vor. Bei der vom Gemeinderat favorisierten Variante steht der westliche Aufgang zwischen dem Parkhaus und dem Gebäude Bahnhof 8, jeweils mit ausreichend Abstand dazwischen. Die Wendelanlage ist durch eine leichte Verlängerung der Brücke optisch gelungen im Stadtraum platziert und vom Bahnhofsplatz aus gut sichtbar. Es ist eine problemlose Orientierung möglich, wo es zum Stadtoval, zum Hotel oder zum geplanten Kulturbahnhof geht.

Der Steg verläuft nicht ganz im rechten Winkel, sondern leicht verschwenkt über die Gleise, was nach betriebswirtschaftlichen Kriterien und hinsichtlich der Länge bestens gelöst ist. Der östliche Aufgang steht beim geplanten Hotel. Die Distanz zum Hotelneubau ermöglicht dort ebenfalls eine ansprechende Platzgestaltung mit öffentlichen Sitzgelegenheiten und Wasserspielen. Außerdem beginnt direkt gegenüber die Grüne Mitte. Durch den integrierten Aufzug ist eine barrierefreie Querung der Gleise problemlos möglich.

INTEGRIERTE WERBUNG FÜR AALEN

Mit dem Steg kann ein noch deutlicherer Mehrwert für die Stadt Aalen geschaffen werden, indem ein Werbeschriftzug vor den hölzernen Lamellen integriert wird. Damit könnte zum Beispiel auf die Limesstadt Aalen oder die Hochschulstadt Aalen aufmerksam gemacht werden. Bei Zehntausenden Bahnreisenden, die den künftigen Hauptbahnhof passieren, wäre dies ein Blickfang und gute Imagewerbung. Über die Realisierung und den genauen Wortlaut kann zu einem späteren Zeitpunkt noch entschieden werden.

Ein Flächenheizsystem wird im Boden des Stegs verlegt, sodass im Winter weder gestreut noch geschippt werden muss. Bei normalen Schnee- und Eisverhältnissen ist der Steg damit problemlos und sicher zu überwinden. Das Heizsystem kann ökologisch betrieben werden und der Energiebedarf ist nach Architekt Prof. Werner Sobek vergleichbar mit maximal 25 Bügeleisen.

BAUSTEINAKTION FÜR BÜRGERSTEG

Über eine Art Bausteinaktion könnten sich alle Bürgerinnen und Bürger sowie Firmen an der Finanzierung beteiligen. Es gibt zahlreiche vergleichbare Objekte im Land, bei denen dies erfolgreich durchgeführt wurde. Diese Sponsoren würden mit ihrem eingravierten Namen auf einer dezenten Edelstahleinlage im hölzernen Handlauf verewigt werden. Dadurch könnte ein Aalener Bürgersteg entstehen.

HINTERGRUND

Verschiedene städtebauliche Maßnahmen im Bereich der nördlichen Innenstadt, dem Rötenberg und auf dem Stadtoval sorgen für eine positive Stadtentwicklung. Eine gute und nachhaltige Verknüpfung der Stadtteile und der Innenstadt ist unbedingt notwendig und bietet zahlreiche Vorteile für die westlichen und östlichen Stadtteile der Kernstadt. Die neue Situation mit dem Aalener Hauptbahnhof, ZOB und den vielfältigen Nutzungen aus Kultur, Gewerbe, Wohnen und Erholung auf dem Stadtoval schafft regionale und überregionale Bedeutung. Es ist erklärtes Ziel der Stadt Aalen, ein möglichst breites und attraktives Wegeangebot zu schaffen. Damit kann die Stadt ihre Fußgängerfreundlichkeit erhöhen, unnötigen Verkehr vermindern und die Mobilität verbessern.

© Stadt Aalen, 12.10.2016